Chronik
Die Geschichte der Auslandsarbeit der FNF

1963-1972

Beginn der Förderung von Freiheit, Demokratie, Rechtsstaat, Marktwirtschaft und pluralistischen Zivilgesellschaften in Afrika, Asien und Lateinamerika

Die internationale Arbeit der FNF begann im Juli 1963. Strategische Zielsetzungen der Aufbauphase waren: Bildung und Stärkung verantwortlicher Führungsschichten in Afrika, Asien und Lateinamerika durch fachliche Qualifizierung und Vermittlung liberaler Grundwerte; Förderung der demokratischen Entwicklung und inneren Stabilität der Partnerländer auf der Grundlage freiheitlicher Ordnungsprinzipien.

Programmatisch erfolgte eine Konzentration auf die Aus- und Fortbildung von Führungs- und Nachwuchskräften der Medien, Wirtschaft, Angestellten-Gewerkschaften, Genossenschaften, öffentlichen Verwaltung und Jugendverbände.

Die insgesamt 16 Pionierprojekte der Aufbauphase waren für die Stiftung und unsere Partner ein mühevoller Such- und Lernprozess der Institutionen-Bildung. Aber er war erfolgreich, denn alle historischen Partner bestehen heute unabhängig von unserer Förderung fort.

1973-1982

Konsolidierung des Engagements in Entwicklungsländern, Aufbau demokratischer Strukturen in Südeuropa, erste Dialogprogramme in Osteuropa

Die wachsende Erfahrungen der Stiftung in der Planung, Durchführung und Steuerung von Projekten führten zu einer erheblichen Ausweitung, Systematisierung und Professionalisierung der internationalen Kooperation.

Programm-Schwerpunkte waren: Förderung genossenschaftlicher Selbsthilfe-Organisationen (vor allem Akademien, Dienstleistungszentralen, Verbände); Aufbau von Ausbildungszentren für Journalisten aus Printmedien, Hörfunk und Fernsehen; Projekte der integrierten ländlichen Entwicklung; Aufbau von Einrichtungen der gesellschaftspolitischen Erwachsenenbildung; Förderung von Klein- und Mittelunternehmen durch Aufbau von Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern und Wirtschaftsverbänden; Aufbau von Akademien der Angestellten-Gewerkschaften; Förderung von Instituten für angewandte Wirtschafts- und Sozialforschung; Fortbildung von Führungskräften der öffentlichen Verwaltung; Errichtung von Schulungszentren für Jugendleiter.

Beginn der ersten Pionierprojekte zur Stärkung von Menschen- und Bürgerrechten sowie des Rechtsstaates.

Die Demokratisierung der autoritären politischen Systeme in Spanien, Portugal und Griechenland ermöglichte ab 1976 die Eröffnung von FNF-Büros in diesen Ländern. Zielsetzung war die Unterstützung des Aufbaus demokratischer Strukturen, insbesondere politischer Parteien, sowie die Vorbereitung der Beitrittskandidaten auf die Mitgliedschaft in der Europäischen Gemeinschaft.

Es fanden erste Dialog- und Austauschprogramme mit Partnern aus Osteuropa statt, gefördert vom Auswärtigen Amt.

1983-1992

Förderung demokratischer Entwicklungen in Lateinamerika, Asien und Afrika, Start des Politik-Dialogprogramms, Aufbau der Internationalen Akademie, erste Stiftungsbüros in Osteuropa

Kennzeichnend für diese Periode war die Expansion der Projekte weltweit mit zahlreichen Neuprojekten in Entwicklungsländern, darunter in den Schwellenländern Brasilien, Argentinien, Mexiko, Südafrika, Indien und China. Die Demokratisierung politischer Systeme in Lateinamerika, Asien und Afrika eröffnete dabei Freiräume für die Kooperation mit politischen Parteien und Institutionen nahestehender Werteorientierung.

Die Förderung demokratischer Strukturen und Institutionen erfolgte durch politische Bildung, Politikdialog und Politikberatung auf kommunaler, Provinz- und nationaler Ebene. Das Partnerspektrum umfasste politische Parteien, Parlamente, Fraktionen und Ausschüsse, Organe der Exekutive (Ministerien, Behörden, Kommissionen) und Judikative (Oberste Gerichte, Reform-Kommissionen), Think Tanks, Forschungsinstitute, Hochschulen, Bürger- und, Menschenrechtsinitiativen, Verbände und Träger der Zivilgesellschaft.

Ein Schwerpunkt der Transformation von Militärregimen in Ländern Lateinamerikas und Asiens war der zivil-militärische Dialog zur Demokratisierung der Sicherheitskräfte (Militär, Polizei, Geheimdienste). Parallel erfolgte eine Intensivierung der Projekte zur Förderung von Menschen- und Bürgerrechten, Rechtsstaatlichkeit und freiheitlichen Verfassungen.

Start der Politikdialogprojekte: Nord-Süd-Dialog am Sitz der Vereinten Nationen in New York, Transatlantischer Dialog in Washington, sowie das Dialogprogramm für die Partner mit EU, NATO und UN-Institutionen in Brüssel, Straßburg und Genf.

Aufbau der Internationalen Akademie in Sintra, Portugal, als Stätte der Begegnung und des Dialoges von Führungs- und Nachwuchskräften der Partner aus allen Weltregionen.

Nach dem Fall der Berliner Mauer: Etablierung der ersten Stiftungsbüros in Mittel-, Südost- und Osteuropa.

1993-2002

Konzentration auf die Partnerschaft mit politischen Institutionen, Ausbau der Aktivitäten in Osteuropa, Projekte mit internationalen Kooperationspartnern

1993-2003 kam es zu der Konzentration auf die Partnerschaft mit politischen Parteien, Think Tanks und Forschungsinstituten gleicher Werteorientierung: Reformpolitik; Transformation politischer Strukturen und Institutionen; Strategie-, Programm-, Organisations- und Fachberatungen in Wirtschafts-, Finanz- und Ordnungspolitik sowie Verfassungs- und Rechtspolitik. Ein erstes Regionalprojekt dieser Art entstand mit Gründung des asiatischen Parteienverbundes CALD, einer bis heute einzigartigen Organisation in Asien.

Regierungs- und Parlaments-Beratungen umfassten die Themen: Verfassungsreformen, Fortbildung von Parlamentariern, Good Governance, Integrationsprozesse, Beratung von Kommunalverbänden, Erstellung von Gesetzesvorlagen, Förderung demokratischer Wahlen (Wahlsysteme, -Gesetze), Ausbildung von Wahlbeisitzern und Wahlhelfern.

Eine erhebliche Ausweitung der Stiftungsprojekte erfolgte in Mittel-, Südost- und Osteuropa mit starkem Einsatz bei der Transformation der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Systeme.

Nach dem Erfolg der Dialog-Konferenzen mit ANC/IDASA zur Überwindung der Apartheid in Südafrika 1987/1988 kam es zu einem verstärkten Engagement der FNF in Krisengebieten zur Konfliktprävention, Friedenserhaltung und Konflikttransformation mit zivilgesellschaftlichen Akteuren und staatlichen Organen.

Begleitet wurden diese Maßnahmen mit dem Aufbau eines Dialogs mit aufstrebenden Schwellenländern zu Fragen der globalen und regionalen Ordnungspolitik durch Einbeziehung relevanter nichtstaatlicher Akteure.

Akquisition von Neuprojekten mit Kooperationspartnern: EU, AA, GTZ, UNDP, UNHCR, UNHCHR sowie 54 bilateralen Gebern bzw. nichtstaatlichen Trägern aus Industrieländern in den Feldern: Krisenprävention und Konfliktbearbeitung, gute Regierungsführung, Rechtsstaatlichkeit, Menschen-, Bürger- und Freiheitsrechte; unabhängige Medien; selbstbestimmte Kommunalentwicklung; Stärkung der Zivilgesellschaft; Einführung marktwirtschaftlicher Strukturen und Reformkonzepte.

2003-2013

Flexible Anpassung unserer internationalen Kooperation an nationale, regionale und globale Herausforderungen

Ausweitung der Präsenz der Stiftung in Mittel-, Südost- und Osteuropa von 24 auf 27 Länder, einschließlich des Südkaukasus und einiger zentralasiatischer Republiken Intensivierung der Parteienkooperation, heute weltweit mit 97 Parteien liberaldemokratischer Ausrichtung.

Aus regionalen Netzwerkbildungen unserer Partner in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Menschenrechte entstanden länderübergreifende Regionalprojekte zum gegenseitigen Austausch und Wissenstransfer sowie gemeinsamen politischen Initiativen.

Ausweitung der regionalen Partnerstrukturen im Bereich marktwirtschaftlicher Ordnungspolitik auf mehrere Kontinente mit dem kanadischen Fraser Institute und seinem weltweiten Economic Freedom Network aus 55 Think Tanks und Forschungsinstituten weltweit.

Ausdehnung des Engagements zur Konfliktprävention und Konflikt-Transformation in Krisenregionen.

Zahlreiche Neuprojekte mit bilateralen und multilateralen Kooperationspartnern.

Die weltweite Verschiebung der wirtschaftlichen und politischen Kraftzentren in Richtung auf eine neue Weltordnung mit hoher Interdependenz (G-20, BRICS, CIVETS) bewirkte eine Verstärkung des Dialoges über Fragen globaler und regionaler Ordnungspolitik.

Trotz Staatsverschuldung und Euro-Krise besteht für viele Partnerländer weltweit eine Attraktivität Europas als Zukunftswerkstatt für politisch-wirtschaftliche Integrationsprozesse. Die Stiftung trägt diesem Bedarf Rechnung durch spezifische Dialog- und Austauschprogramme mit Institutionen der Europäischen Union.

Politische Umwälzungen im arabischen Raum und in Asien führten zu einem verstärkten Einsatz der FNF in Tunesien, Ägypten, Libyen, Irak und Libanon sowie in Myanmar, Vietnam und Nordkorea, mit jeweils spezifischen Angeboten der Stiftung auf Wunsch und in enger Konsultation mit unseren Partnern.