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Vortragsveranstaltung mit Rajmohan Gandhi

Veröffentlicht am 27. August 2013
Ghandi

Die Vereinbarkeit von individueller Freiheit und Religion

Vortragsveranstaltung mit Rajmohn Gandhi anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der FNF-Auslandsarbeit

Dienstag, 3. September 2013, 18.00 Uhr

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Markgrafenstraße 38, 10117 Berlin

Freiheit und Religion befinden sich oft in einem Spannungsfeld. Der Wert der Freiheit musste in westlichen Kulturkreisen nicht nur gegen den Staat, sondern häufig auch gegen die Kirche durchgesetzt werden. Heute betrachten westliche Liberale Religion als reine Privatsache, der keine öffentliche und politische Rolle zusteht. Dagegen gehört in vielen Gesellschaften außerhalb Europas Religiosität selbstverständlich zu Alltag und Politik, religiös beeinflusste Normen bestimmen hier oft das Handeln. In solchen Gesellschaften kann man der Frage nach dem richtigen Verhältnis von Freiheit und Religion nicht mit dem Verweis auf westliche Kategorisierungen ausweichen. Wenn Gesellschaften traditionell auf der Basis von Familienbeziehungen und religiös abgeleiteten Normen organisiert wurden, muss die Betonung der individuellen Freiheit von vielen als Bedrohung wahrgenommen werden, weil sie sich nicht vorstellen können, wie ihre Gesellschaft anders funktionieren könnte. Wie kann also das Eintreten für individuelle Freiheit mit Religiosität in Einklang gebracht werden? Welche Regeln des Zusammenlebens gelten dann? Rajmohan Gandhi, Autor, Politiker und emeritierter Professor für Geschichte, macht dieses Spannungsverhältnis zum Gegenstand seines Vortrags. Der Enkel von Mahatma Gandhi forschte in Indien und in den Vereinigten Staaten und arbeitet besonders zu den Themen Konfliktbearbeitung, Menschenrechte und Demokratie. Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 widmet er sich insbesondere dem Verhältnis und den Missverständnissen zwischen westlicher und islamischer Welt.

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